Ehrliche und authentische Informationen rund ums Daytrading

Trading Strategien

Es gibt unglaublich viele Trading Strategien wie z.B. die Cross Over Methoden mit ein, zwei oder drei gleitenden Durchschnitten unterschiedlicher Perioden zur Identifizierung von Handelssignalen. Oder die Ausbruchstrategie mit Hilfe der gemeinsamen Nutzung von Bollinger Bändern und Keltner Kanälen. Die von mir bevorzugten Strategien will ich nachfolgend im Detail erläutern. Aber denk daran, neue Strategien oder geänderte Parameter gründlich im Demokonto testen – eine Woche oder gar einige Wochen.

Kleine Gewinne und geringes Risiko mit Scalping

Beim Scalping können Long und Short Trades durchgeführt werden. Voraussetzung ist ein Broker, der geringe Spreads bietet, möglichst keine Kommissionen verlangt und kurze Trades zulässt. Das Prinzip ist in einem ½ - oder 1-Minuten Heikin Ashi Chart die Gegenbewegung einer ausreichend starken Bewegung zu traden. Und zwar bei sichtbaren Wendepunkten (Wechsel der Kerzenfarbe) eine Position zu eröffnen und sobald die Farbe der Kerze wiederum wechselt, die Position zu schließen und ggf. (wenn die Bewegung ausreichend groß war) eine neue gegenläufige Position zu öffnen. Grüne Kerze = long, rote Kerze = short. Das Timing ist hier natürlich sehr wichtig. Ebenso wichtig sind enge Stop-Loss zu setzen. Aber als erfahrener Scalper lässt man sich möglichst nicht ausstoppen und schließt die Position sobald man merkt, dass das Momentum gegen einen läuft.

Hilfreich ist das Einzeichnen von Vortageshoch/-tief, Unterstützungs- und Widerstandsbereichen sowie der Pivot-Punkte. Indikatoren sind bei dieser Strategie überflüssig, wenn nicht gar hinderlich. Die Heikin Ashi-Kerzen sind als Indikator vollkommen ausreichend. Aber achte auf die Form und Größe der Kerzen insbesondere Dojis und Spinning Tops.

  • die Größe der Kerzen (Stärke des Trends)
  • das Erscheinen kleiner Kerzen (Trend wird schwächer)
  • lange Dochte oder Lunten (Trend erschöpft sich)
  • die Kerzen bilden keine tieferen Tiefs oder keine höheren Hochs mehr (Trendwende)

Die Märkte bewegen sich zu 70 % der Zeit seitwärts und in solchen Ranges kann man wunderbar scalpen. Besonders eignet sich dazu der Forex-Markt. Hier findet man meist genug Bewegung, besonders von 14 - 17 Uhr, wenn sich die europäische und amerikanische Session überlappen. Aber auch der FDAX, der Mini-DAX Future oder ein DAX-CFD eignen sich hervorragend zum Scalpen. Diese besonders in der Zeit von 9 - 12 Uhr, wenn die deutschen bzw. europäischen Trader unter sich sind. Vorsicht ist an Trendtagen geboten, die ein- bis zweimal in der Woche auftreten. Hier sollte man auch als Countertrend-Scalper in Bullenmärkten besser long und in Bärenmärkten short traden.

Anmerkung: Das mag alles simpel klingen, aber ganz so einfach ist es in der Realität nicht. Gerade beim Scalpen sind ausreichend Bewegung, eine konsequente Stopp-Setzung und eine hohe Trefferquote die Voraussetzung dafür, dass das Konto am Abend eine positive Bilanz aufweist.

Daytrading nach der Markttechnik

Wenn du mit der Markttechnik nicht vertraut bist, solltest du zunächst einmal meinen Artikel über die Markttechnik lesen.

Vor dem Trade / den Trades

Geeignetes Finanzinstrument im Markt auswählen. Ein markttechnisch orientierter Trader sucht Einstiegssignale immer direkt im Chart.

Trendrichtung in den übergeordneten Zeiteinheiten (Tag und 1H/30M) identifizieren. Befindet sich der Markt in einem Aufwärts- oder Abwärtstrend? Markt mit trendloser Phase ist uninteressant.

Befindet sich der Markt in einer Bewegungs- oder Korrekturphase? Einer Korrekturphase sollte man immer ausreichend Zeit geben, mindestens 10 Kerzen. Handelt es sich bei den Kerzen um Innenstäbe, dann auf keinen Fall eine Position eröffnen, da der Markt dann zu unberechenbar ist.

Befindet sich der Markt in einer Bewegungsphase muss der Fortschritt der Bewegung bestimmt werden. Kann man noch einsteigen? Ideal ist, wenn in Kürze ein Punkt 2 erreicht wird.

Nun vom Tageschart in die gewünschte untergeordnete Zeitebene (1M oder 5M/10M) wechseln. Die Trendrichtung überprüfen. Stimmt diese mit der übergeordneten Zeiteinheit überein?

Nun zeichnen wir die Tageslinien (Tageshoch/-tief und Schlusskurs Vortag, Tageseröffnung) ein und suchen Einstiegspunkte (1-2-3 Trend, Korrekturen, Tageslinien, Trendlinien) und überprüfen, ob Pivot-Punkte in der Nähe sind.

Ideal ist, wenn auch hier ein Punkt 2 vorgefunden wird, der in Kürze durchbrochen wird. Das gibt uns einen idealen Einstiegspunkt um unsere Stop-Entry-Order zu platzieren.

Sollte sich die untergeordnete Zeiteinheit in der Korrekturphase befinden, gilt auch hier die Faustregel, dass die Korrekturphase mindestens aus 10 Kerzen bestehen sollte, vorausgesetzt es handelt sich nicht um Innenstäbe. Nochmals, nie bei einem Innenstab eine Position eröffnen.

Nun den Einstieg abwarten (Stop-Buy- oder Stop-Sell-Order) oder mittels Marktorder sofort einsteigen.

Während des Trades

Das Setzen der Stop-Loss ist abhängig davon, ob wir den Trend, die Bewegung oder den Ausbruch traden.

Beim Trend werden wir den Stop-Loss immer am letzten Punkt 3 platzieren. Beim Traden der Bewegung setzen wir den Stop-Loss im Upswing immer unter die vorletzte Kerze (im Downswing darüber). Entstehen Innenstäbe wird der S/L zurückgesetzt unter die Kerze vor dem Außenstab (im Downswing darüber) und erst wieder nachgezogen, wenn der Außenstab gebrochen wurde.

Beim Traden des Ausbruchs legen wir in unserer Stop-Entry-Order bereits Stop-Loss und Take-Profit fest und müssen uns in der Regel nicht weiter darum kümmern.

Anmerkung:
Die Königsdisziplin wäre der Handel aus der Korrektur heraus, da wir damit ein wesentlich besseres CRV und Ergebnis haben.

Weniger nervenaufreibend mit Swingtrading

Gegenüber dem Daytrading geht es beim Swingtrading etwas gemütlicher zu. Bei CFDs und Futures können Long und Short Trades durchgeführt werden, bei Wertpapierkonten (Depots) nur Long Trades. In einem Aufwärtstrend kannst du die Upswings und in einem Abwärtstrend die Downswings traden. In einer volatilen Seitwärtsphase (Range) ist es durchaus möglich die Upswings und Downswings zu traden. Den Upswing von der Unterstützungslinie bis zur Widerstandslinie und den Downswing von der Widerstandslinie bis zur Unterstützungslinie.

Andere mögliche Einstiegspunkte sind ein Doppeltop, Doppelboden oder andere Trendwendeformationen wie Ausbrüche, Flaggen oder Wimpel, Dreiecke oder Keile oder Tassen mit Henkel. Meine Empfehlung dazu einen 4-Stunden Heikin Ashi Chart zu nutzen und die Stop-Loss etwas großzügiger zu setzen. Ein Trade sollte übrigens nicht länger als 5 Tage dauern und wegen möglicher unglücklicher Gaps zum Wochenbeginn am Freitagabend geschlossen werden. Indikatoren können nach Belieben verwendet werden, sind aber nicht unbedingt erforderlich.

Weiterlesen unter Hard- und Software.

Herausforderungen